Filteranlagen werden direkt am Wasser- anschluss angebracht.
Filteranlagen werden direkt am Wasser- anschluss angebracht. iStock / Fahroni

Wasseraufbereitung

Private Filter liegen im Trend

Es ist eine gute Nachricht: Das Trinkwasser größerer Trinkwasserversorger besitzt eine gute bis sehr gute Qualität. Das berichtet das Umweltbundesamt. Dennoch fragen sich viele Menschen, ob die strengen Kontrollen ausreichen.

AT
Von Andreas Taler und Saskia Schumann
· 2025

Nur rund ein Drittel der Menschen in Deutschland greifen beim Durststillen zum Leitungswasser. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen kauft dagegen in Flaschen abgefülltes Wasser, hat das Umweltbundesamt ermittelt. Dabei ist Leitungswasser hierzulande völlig unbedenklich, wird es doch streng überwacht gemäß der Trinkwasserverordnung. Sie gewährleistet, dass unser Trinkwasser keine Schadstoffgrenzwerte überschreitet.

Kalk setzt Waschmaschine und Co. zu 

Immer wieder hört und liest man jedoch von Medikamentenrückständen oder Mikroplastik im Trinkwasser. Hinzu kommen Kalk, Chlor und Blei. Während die Mineralien, die für einen hohen Kalkgehalt im Wasser sorgen, für uns Menschen gesundheitlich unbedenklich sind, setzen sie den Maschinen aber mächtig zu: Auf Armaturen und in Spülbecken, vor allem aber in Wasch-, Spül- und Kaffeemaschine sehen Kalkablagerungen nicht nur unschön aus, sie führen zu erhöhtem Verschleiß und verkürzen die Lebensdauer der Geräte. Zudem benötigen verkalkte Geräte mehr Energie, Zeit und Reinigungsmittel, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Verbraucher in Regionen mit sehr hartem Wasser greifen deshalb oft zu Enthärtern in Pulver- oder Tablettenform oder zu Enthärtungsanlagen. Diese tauschen Calcium und Magnesium – die „Härtebildner“ – gegen Natriumionen aus und entkalken so das Wasser. Gefährlicher können dagegen Bleirückstände im Trinkwasser sein. Die kommen aber kaum noch vor, sind doch in den meisten Gebäuden Bleirohre bereits ausgetauscht. Schon seit 1973 dürfen zudem keine Bleirohre mehr verbaut werden, bis 2026 müssen per Gesetz auch die letzten Bleirohre aus deutschen Haushalten entfernt werden. Dennoch sollte man, wenn man in einem Haus mit Bleirohren wohnt, lieber vom Genuss von Leitungswasser absehen.

Wasseraufbereitung: Filter für zu Hause

Grundsätzlich gilt also: Das Wasser aus dem Hahn kann bedenkenlos getrunken werden. Wer sein Wasser aber trotzdem ganz rein will, setzt auf zusätzliche Wasseraufbereitung zu Hause. Dabei sind Wasserfilter das gängigste Mittel zur Wasseraufbereitung im Privathaushalt. Sie gibt es in verschiedenen Ausführungen: als Kannenfilter, der direkt auf dem Tisch steht, als Gerät, das unter der Spüle montiert wird, oder als Aufsatz für den Wasserhahn. Beliebt sind Aktivkohlefilter, die organische Stoffe, Chlor und Gerüche entfernen können. Auch Umkehrosmose-Anlagen sind verbreitet – sie filtern fast alles aus dem Wasser, sogar Mineralien. Das Ergebnis: nahezu reines Wasser. 

Regelmäßig warten

Geräte zur Wasseraufbereitung können allerdings schnell ins Geld gehen. Während ein einfacher Kannenfilter schon ab etwa 20 Euro zu haben ist, kann ein hochwertiges Umkehrosmose-System über 500 Euro kosten. Hinzu kommen laufende Kosten für Wartung und Filterwechsel. Bei Enthärtungsanlagen liegen die Preise dem Wärmepumpenspezialisten Thermondo zufolge zwischen 400 und 2.000 Euro.

Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn die Wasseraufbereitung nicht zur Falle werden soll. So weisen Experten immer wieder darauf hin, dass eine schlechte Wartung die eingesetzten Filter selbst zur Keimquelle machen kann. Deshalb ist regelmäßiger Filterwechsel Pflicht. 

Auf jeden Fall hält der Trend zur Wasseraufbereitung an, und das weltweit. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Data Bridge Market Research lag der globale Markt für Wasserfilter 2024 bei 15,88 Milliarden US-Dollar und soll bis 2032 jährlich um fast sieben Prozent auf 26,42 Milliarden US-Dollar steigen. Auch in Deutschland hält der Aufwärtstrend an. Gründe dafür sind steigendes Umweltbewusstsein, die Debatte um Mikroplastik und die zunehmende Sorge vor Verunreinigungen in den Rohrleitungen alter Gebäude.

Schon gewusst?

Guter Kaffee braucht perfektes Wasser

Die morgendliche Tasse Kaffee gehört für die meisten Deutschen zu einem optimalen Start in den Tag. Damit die geröstete Bohne auch ihr volles Aroma entfalten kann, braucht sie das entsprechende Wasser. Je nach Region ist das aber mehr oder weniger kalkhaltig. Und Mineralien wie Calcium und Magnesium beeinflussen den Geschmack des Kaffees. So neutralisiert ein hoher Kalkgehalt die geschmacksbildenden Kaffeesäuren. Das Resultat: Die Aromen von Kaffeebohnen gehen verloren; der Kaffee schmeckt fad und abgestanden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass Kaffee und Espresso besser schmecken, wenn das Wasser besonders weich ist. Denn ist das Wasser komplett frei von Mineralien, schmeckt der Kaffee bitter und sauer. Das perfekte Kaffeewasser darf also nicht zu hart und nicht zu weich sein. Kaffee-Experten empfehlen Wasser mit einem Härtegrad zwischen acht und zwölf Grad Deutscher Härte, idealerweise zwischen fünf und sechs Grad. Der pH-Wert sollte übrigens zwischen 6,5 und 7,5 liegen.