Immer mehr deutsche Landwirte haben Lust auf Bio-Landbau. So ist der Anteil des ökologischen Landbaus im vergangenen Jahr deutlich gewachsen – die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat sich im Vergleich zum Jahr 2018 um 7,73 Prozent vergrößert, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ermittelt. Auch die Anzahl der Bio-Betriebe stieg um rund 7,6 Prozent – 2019 bewirtschafteten 34.110 Landwirtschaftsbetriebe ihre Äcker nach ökologischen Kriterien. Damit setze sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort.
Zehn Prozent Bio-Landbau
Noch immer werden allerding nur rund 1,6 Millionen Hektar – 9,7 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche – ökologisch bewirtschaftet. Dabei ist die Umstellung auf ökologischen Landbau essenziell für unser Ökosystem und die darin lebenden Wildpflanzen und Wildtiere. Denn heute gelten nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bereits ein Drittel der bundesweit rund 350 Wildpflanzen, die auf Äckern wachsen, als gefährdet. Und auch Insekten, Feldvögel, Feldhasen und andere wildlebende Tierarten werden immer weniger. So zeigen offizielle Zählungen, dass der Gesamtbestand von Agrarvögeln zwischen 1980 und 2000 um 52 Prozent zurückgegangen ist. Zudem gibt es heute rund 75 Prozent weniger Insektenbiomasse als noch vor drei Jahrzehnten. Von den aktuell 560 Wildbienenarten sind etwa 41 Prozent als bestandsgefährdet einzustufen.
Ökologische Nachhaltigkeit
Das Verschwinden der Arten könne aber nur aufgehalten werden, wenn wieder mehr Flächen ökologisch statt konventionell bewirtschaftet werden – samt Variation der Fruchtfolgen und dem Verzicht auf synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel. So liege die mittlere Artenzahl bei Ackerwildkräutern unter ökologischer Bewirtschaftung um 95 Prozent höher als unter konventioneller Bewirtschaftung. Zudem seien auf ökologisch bewirtschafteten Feldern und Wiesen 35 Prozent mehr Feldvogelarten und 23 Prozent mehr blütenbesuchende Insekten zu finden. „Ökolandbau stärkt Bauern und Umwelt und macht die Landwirtschaft krisenfester. Das sehen immer mehr Landwirte, die deshalb auf Bio umstellen. Und auch immer mehr Kunden, die Bio in den Einkaufskorb legen”, weiß auch Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Spitzenverbands Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).