Kleines Modell eines Hauses mit dem Energiestufen-Modell.
Foto: iStock / AndreyPopov

Nachhaltiges Wohnen

Die Form ist entscheidend

Durch die rasant steigenden Energiepreise rückt das Thema Energieeffizienz rund um das eigene Zuhause für Hausbewohnerinnen und -bewohner wie auch für Bauherrinnen und Bauherren endlich mehr in den Vordergrund. Die Bandbreite für das Einsparen von Energie ist groß, angefangen bei der Wartung der Heizung über eine energetische Sanierung der Wohnung bis zur Umsetzung umweltfreundlicher Lösungen beim Bau eines neuen Eigenheims.

Von Jens Bartels und Katharina Lehmann
· 2022

Wohnen wird teurer. Wer mit Gas heizt, muss laut der Bundesnetzagentur im kommenden Jahr je nach Gebäudehülle mit einer Verdreifachung der Preise oder einem sogar noch stärkeren Preisanstieg rechnen. Es gilt also, finanziell wie technisch, Vorsorge zu treffen. Kurzfristig ist etwa eine freiwillige Erhöhung des Abschlages oder das Einsparen beim Gasverbrauch über eine Wartung der Heizung sinnvoll. Langfristig lassen sich Energiekosten aber auch durch die energetische Sanierung von Fenstern, Wänden, dem Dach, den Einbau einer neuen Heizungsanlage mit Wärmepumpen oder die Installation von Solaranlagen auf dem Dach einsparen. Und im Neubau gilt natürlich: je energieeffizienter das neue Zuhause geplant und konstruiert wird, desto besser.

Energieverbrauch von Anfang an mitdenken

Schon vor dem ersten Spatenstich bestimmt das bautechnische Konzept, wie ein Haus beheizt und gedämmt, wie es mit Strom versorgt wird und wie viel Energie es benötigt. Grundsätzlich gilt: Je kompakter die Bauweise, desto weniger Energie und Dämmstoffe werden gebraucht. Erker oder Anbauten sorgen für zusätzliche Außenwände, die gedämmt werden müssen. Liegt das Obergeschoss deckungsgleich über dem Untergeschoss, bieten sich die beiden Wohnebenen gegenseitige Wärmedämmung. Die Dachfläche sollte möglichst klein sein. Dennoch: Jede Bauform kann tendenziell so umgesetzt werden, dass das Haus energieeffizient ist.

Klimaschonend bauen für ein nachhaltiges wohnen

Doch nicht nur der Energieverbrauch während der Nutzungsphase, auch der beim Bau entstehende Energieverbrauch muss berücksichtigt werden. Denn gut ein Drittel aller Treibhausgasemissionen eines Gebäudes entstehen vor der tatsächlichen Nutzung – bei der Herstellung und Errichtung, so ein zentrales Ergebnis einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Auswahl der verwendeten Baumaterialien. Ökologische Baustoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus einer nachwachsenden Ressource gewonnen werden und die Herstellung mit geringen Umweltbelastungen verbunden ist. Zudem lassen sich klimafreundliche Werkstoffe wieder der Kreislaufwirtschaft zuführen. Klimafreundlich sind übrigens in diesem Zusammenhang auch ein geringer Materialverbrauch sowie das Vermeiden langer Transportwege durch die bewusste Entscheidung für regionale Baustoffe.

Erschienen in

Nachhaltiges Deutschland

am 30. Juli 2022 in „“
Die Ziele der Agenda 2030 stehen im Hinblick auf die aktuellen Weltgeschehnisse infrage. Es ist also höchste Zeit, dass wir alle aktiv werden. Die Publikation „Nachhaltiges Deutschland – wie unser Handeln die Welt verändert“ zeigt, wie wir in unserem privaten Alltag und...