Wer durch asiatische oder afrikanische Länder reist, dem sind Insekten auf der Speisekarte nichts Neues. Ob frittiert, überbacken oder gegrillt: Insekten sind vielerorts sogar feste Nahrungsquelle. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ernähren sich rund zwei Milliarden Menschen von Insekten – weltweit gibt es ungefähr 2.000 essbare Arten.
Allein der Gedanke von Würmern und Heuschrecken satt werden zu müssen, dreht hierzulande den meisten den Magen auf links. Doch die gänzliche Abneigung scheint ganz langsam zu bröckeln: Viele, die schon einmal Mehlwürmer, Buffalo-Würmer, Grillen und Heuschrecken verzehrt haben, sind vom Geschmack überrascht. Während geröstete Mehlwürmer etwa an Pinienkerne erinnern, kommen frittierte Heuschrecken Shrimps geschmacklich sehr nah. Und die Mutigen könnten künftig immer zahlreicher werden: Denn seit Anfang des Jahres 2018 dürfen dank einer neuen europäischen Food-Verordnung nun auch Krabbeltiere in Deutschland serviert werden. Grund, weshalb immer mehr hiesige Restaurants, Supermärkte und Online-Händler Insekten-Produkte anbieten.
Potpourri an gesunden Inhaltsstoffen
Was ebenso erstaunt: Nicht nur im geschmacklichen Vergleich können Insekten mit so manchem Lebensmittel mithalten, sondern erst recht in puncto Inhaltsstoffe. Grillen haben mit fast 70 Prozent im gefriergetrockneten Zustand den höchsten Anteil an Proteinen. Gerade die hochwertige Aminosäuren-Zusammensetzung des Insekten-Eiweißes ist etwa für Sportler, als Nahrungsergänzung oder Fleischalternative von besonderem Interesse. Zudem enthalten Insekten einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamine und wertvolle Spurenelemente wie Magnesium, Mangan, Selen und Zink.
Essbare Insekten: Pluspunkt für die Klimabilanz
Gezüchtet in großen Zuchtanlagen in Frankreich, den Niederlanden, Kanada oder Thailand überzeugen Insekten auch aufgrund ihrer Klimabilanz: Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, wird für ein Kilo Insekten im Vergleich zur gleichen Menge an Rindfleisch lediglich ein Achtel an Rohstoffen benötigt. Darüber hinaus punktet die Aufzucht der Krabbeltiere, da der Bedarf an Platz und Wasser erheblich geringer ist und weniger Treibhausgase gebildet werden. Auch wenn der Energieaufwand relativ hoch ist, liegt er dennoch weitaus niedriger als in Schweine- und Rinderbetrieben, was der globalen Klimabilanz besonders zuträglich ist. Heißt es nur noch, mehr Verbraucher vom Geschmack und somit von dieser Alternative zum Fleischkonsum zu überzeugen.